Ronja`s Regenbogenbrücke


In Gedenken an “Ronja von den Buschchaoten” – 28.01. – 12.02.2008

Die Geschichte von der Rückkehr zur Regenbogenbrücke erhielt ich von Ronja`s Züchterin Eva Busch, mit der wir gemeinsam um den Verlust der kleinen Ronja trauern.

Ronja musste im Alter von 15 Tagen aufgrund einer embryonalen Fehlentwicklung der Lungen und des Kehlkopfes über die Regenbogenbrücke geschickt werden. Durch eine Obduktion wurde festgestellt, dass bei Ronja an ihrem Todestag bereits 60 % der Lungenbläschen zerstört waren und die Kleine nicht die geringste Überlebenschance hatte.


Die Rückkehr zur Regenbogenbrücke

Ein kleiner Hund kam an der Regenbogenbrücke an und eine Gruppe von Hunden kam sofort zu ihm gelaufen, um ihn zu begrüssen.

Er war darauf gefasst, nun angegriffen zu werden, aber stattdessen wedelten alle ganz freundlich mit den Ruten und anstatt zu beißen, küssten sie ihn einfach ab.

Es war dort wunderschön und jeder war ganz lieb zu ihm.

Keiner von ihnen war in einer “Welpen-Fabrik” geboren und dann als Kampfhund benutzt worden, so wie er damals, um dann in der Gosse zu sterben, weil er eine hässliche Promenadenmischung war.

Sie erklärten ihm, dass sie hier auf ihre “Herrchen und Frauchen” warten würden, die sie so geliebt hatten.

“Was ist Liebe”, fragte der kleine Hund und Gott ließ ihn zurückkehren, um das herauszufinden.

Es war warm und dunkel; er wartete zusammengequetscht mit den anderen, um geboren zu werden. Ängstlich wartete er, bis er endlich an den Hinterpfoten herausgezogen wurde. Unbehaarte Hände hielten ihn vorsichtig fest und trockneten ihn ab.

Sie zeigten ihm, wo es einen Schluck Milch gab. Er hatte nicht die Kraft dazu, sich lange an der Zitze festzuhalten.

Seine Brüder und Schwestern waren viel kräftiger als er und schubsten ihn ständig zur Seite.

Die Menschenhand schob die anderen Welpen ein wenig zur Seite und hielt ihn so, dass er trinken konnte.

“Aaaahhh … so ist es besser!” dachte er und trank bis er erschöpft war und zusammengekuschelt an seiner Mutter einschlief.

“Hieran werde ich mich immer erinnern,” sagte er glücklich.

“Zu dumm, dass ich erwachsen werde und hinaus in Kälte und Nässe muss, um dort zu kämpfen und dann als Verliererhund zu sterben. Dann weiß ich aber wenigstens, was es heißt ein Hund zu sein”, dachte er traurig.

In dieser Nacht kroch er zu seiner Mutter und versuchte zu trinken, aber er rutschte immer wieder zur Seite weg. Wenn seine Geschwister satt waren, wurde ihnen der Bauch geleckt und er konnte nur noch die Restmilch trinken, die die anderen übrig gelassen hatten.

Aber die Menschenhand, die ihm vorher noch geholfen hatte, dass er noch etwas abbekam, war jetzt nicht da. Die Zitzen waren ständig leer, wenn er an die Reihe kam.

Schon sich aufzurappeln fiel ihm schwer, so klein und schmächtig, wie er war. Als er auf den Rücken fiel und sich nicht mehr aufrichten konnte, begann er zu schreien.

Sofort kam der Mensch herbei geeilt und im Nu war auch die Menschenhand wieder da und gab im einen Gumminippel in sein Mäulchen. Es schmeckte nicht so gut, wie die Milch von der Mutter, aber es war warm und vertrieb die Schmerzen in seinem kleinen Bäuchlein.

Der Kleine hatte Probleme beim Atmen, weil seine Lungen nicht voll entwickelt waren – er hatte einfach zu lange gebraucht, um den anderen in die Gebärmutter zu folgen, als er seine letzte große Chance von der Regenbogenbrücke bekommen hatte.

Er konnte den Herzschlag des Menschen spüren, der ihn sich, zugedeckt mit einem warmen weichen Tuch auf den Bauch gelegt hatte. Das hielt seinen dünnen kleinen Körper schön warm und die sich ständig wiederholenden liebevollen Streicheleinheiten beruhigten ihn sehr.

In diesem Moment dachte er wieder an seine neuen Freunde, die an der Regenbogenbrücke so lieb zu ihm gewesen waren und er fragte Gott, ob er wohl wieder dorthin zurück dürfte. Gott sagte: “Ja, aber nicht jetzt. Du wolltest erleben, was Liebe ist”.

So gaben ihm die Menschen Stunde um Stunde seine Milcheinheiten (es kam ihm vor wie Tage, aber er wusste ja nicht, was Zeit ist und außerdem war es ja auch dunkel um ihn herum) und ihm kam eine Erinnerung an Wärme und Mutterliebe zurück.

Er wurde größer und lebhafter und der Mensch nahm ihn immer häufiger mit und ließ ihn bei sich schlafen. Während er beschmust und geküsst wurde, konnte er dessen Herzschlag hören, der fest und lieb klang.

Dann kam eines Tages Gott und fragte ihn: “Bist Du bereit zu uns auf die Regenbogenbrücke zurückzukommen?”

“Ja”, antwortete er mit etwas Wehmut, weil sein Mensch ihn nicht gehen lassen wollte und zu weinen begann.

Er tat seinen letzten Atemzug und ging zurück zur Regenbogenbrücke.

Von dort schaute er zu seinem Menschen, der immer noch weinte und den Körper in den Händen hielt, den er für seine neue Chance geborgt bekommen hatte.

“Danke Gott” sagte er. “Liebe ist WUNDERBAR! Nun werde auch ich an der Regenbogenbrücke auf meinen Menschen warten, um ihm beim Wiedersehen zu sagen, wie sehr ich ihn geliebt habe.”

"Ronja von den Buschchaoten"

"Leb wohl kleine Ronja"